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Triple Play und Voice over IP

Für den Erfolg derartiger Triple Play-Strategien sind allerdings auch die Akzeptanz der Produktbündel und eine entsprechend hohe Zahlungsbereitschaft seitens der Kunden erforderlich. Dass die Anbieter hier noch vor großen Herausforderungen stehen, verdeutlichen beispielsweise die Erwartungen bezüglich der Nutzungsintensität von Voice over IP und der Video-Telefonie. Der Anteil der Haushalte, die über das Internet telefonieren, lag im Jahr 2004 noch unter einem Prozent. Für das Jahr 2010 wird ein Anteil von etwa 14 % erwartet, für das Jahr 2015 von rund 35 % (Abbildung 7).

Abbildung 7
Abbildung 7:   Veränderung der Nutzung von VoIP/Video-Telefonie bis 2015 (Breitband-Experten)
 

Dabei wird eine flächendeckende Entwicklung des Marktes für Voice over IP derzeit noch von einigen Faktoren behindert (Abbildung 8). Die größte Barriere wird hier von über 70 % der Befragten in der Tatsache gesehen, dass es bisher nicht gelungen ist, die kritische Masse an Nutzern zu erreichen. Bei Netzwerkprodukten wie der Telefonie ist diese kritische Masse wichtig für die Akzeptanz beim Kunden. Als weitere Hemmnisse gelten ein aus Kundensicht intransparenter Markt (etwa 51 % der Befragten) sowie eine zu komplizierte Bedienung der Technologie (ca. 49 %). Als weitaus weniger kritisch schätzen die Breitband-Experten dagegen die Sprachqualität (ca. 29 %) und Sicherheitsbedenken der Kunden (etwa 26 %) ein.

Abbildung 8
Abbildung 8:   Hemmnisse einer flächendeckenden Entwicklung des Voice over IP-Marktes (Breitband-Experten)
 

Um eine stärkere Ausbreitung der Breitband-Kommunikation zu erreichen, stehen den Anbietern verschiedene Stellhebel zur Verfügung. Einen besonders starken Einfluss hat nach Expertenmeinung hierbei die Höhe der Gebühren für den Kunden: Rund 97 % der Befragten messen dem Preis der Dienste einen hohen bis sehr hohen Einfluss auf die Verbreitung von Voice over IP bei. Als sehr wichtig für die zukünftige Entwicklung wird mit etwa 94 % auch eine starke Verbreitung von Breitband-Internet-Zugängen eingeschätzt. Hinter diesen beiden Punkten steckt wieder der bereits beschriebene Netzwerkeffekt. So ist auch verständlich, dass etwa 82 % der Experten in einem gebündelten Angebot von Breitband-Zugang und Internet-Telefonie einen weiteren wichtigen Treiber für die Ausbreitung der Breitband-Kommunikation sehen.

Darüber hinaus gilt eine einfache, komfortable Bedienung für 80 % der Breitband-Experten in hohem bis sehr hohem Ausmaß als wesentlicher Treiber der Internet-Telefonie. Erheblich geringer wird dagegen der Einfluss von Zusatzfunktionen eingeschätzt (Abbildung 9).

Abbildung 9
Abbildung 9:   Treiber einer stärkeren Ausbreitung von Breitband-Kommunikation (Breitband-Experten)
 

Zusammen genommen sind sich die Experten nahezu einig über die zukünftige Bedeutung von Triple Play-Strategien. Bis zum Jahr 2015 werden sich diese aller Voraussicht nach am Breitband-Markt etabliert haben. Die Gründe hierfür sind einleuchtend: Wettbewerbsvorteile für die Anbieter, Preisvorteile und Komfort für die Konsumenten. Die Internet-Telefonie gilt dabei als besonders interessant für den Kunden. Sie wird als zentraler Erfolgsfaktor für die Akzeptanz von Triple Play-Angeboten angesehen. Der flächendeckenden Entwicklung des Marktes stehen allerdings noch einige Faktoren entgegen. Vor allem ist die kritische Masse an Nutzern bisher nicht erreicht worden. Zudem gilt der Markt noch als relativ undurchsichtig für Konsumenten. Die Beseitigung dieser Hemmnisse ist für den deutschen Breitband-Markt von entscheidender Bedeutung.

 

Letzte Änderung: 26.11.2006
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