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Content-Angebote

Content-Angebote im Internet umfassen insbesondere Filme, Musik und Spiele. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie „on Demand”, also zu jeder beliebigen Zeit und unmittelbar, abgerufen und genutzt werden können. Hierbei dominiert nach Ansicht der befragten Breitband-Experten in Zukunft Music on Demand in der Gunst der Nutzer: Prognostiziert wird, dass etwa 16 % der Haushalte im Jahr 2010 Music on Demand nutzen, im Jahr 2015 sollen es etwa 31 % der Haushalte sein (Abbildung 10).

Abbildung 10
Abbildung 10:   Nutzung verschiedener Arten von Breitband-Content in den Haushalten bis 2015 (Breitband-Experten)
 

Für Video on Demand werden insgesamt geringere Nutzerzahlen erwartet, jedoch liegt die Zuwachsrate weitaus höher als bei Music on Demand. Im Jahr 2010 sollen schon fast 11 % der deutschen Haushalte Video on Demand-Angebote in Anspruch nehmen und für das Jahr 2015 wird damit gerechnet, dass rund ein Viertel der deutschen Breitband-Nutzer die komfortable Variante nutzen werden, Filme auf Wunsch per Knopfdruck aus dem Netz abzurufen.

Hinter diesem Trend der hohen Zuwachsraten bleibt Online-Gaming, das Spielen im Internet, etwas zurück. Für das Jahr 2010 wird ein Nutzungsanteil von Online-Gaming von knapp 10 % prognostiziert. Im Jahr 2015 sollen jedoch auch hier bereits 16 % der Haushalte Online-Gaming-Angebote nutzen.

Konsumenten haben klare Anforderungen an die Nutzung von Content-Angeboten im Breitband-Internet. Als die wichtigsten Gründe führen sie den Preis (etwa 94 % wichtig bis sehr wichtig) und die Download-Geschwindigkeit (ca. 94 % wichtig bis sehr wichtig) an. Und natürlich spielen der Umfang des Angebots, das Sortiment, wie auch die Verfügbarkeit günstiger Angebote in Kombination mit schnellem Breitband-Zugang eine wichtige Rolle. Die Möglichkeit, für die eigene Nutzung Kopien der erworbenen Inhalte zu machen, ist für knapp 70 % der befragten Konsumenten wichtig bzw. sehr wichtig (Abbildung 11).

Abbildung 11
Abbildung 11:   Faktoren für den Bezug von Content-Angeboten über das Breitband-Internet (Konsumenten)
 

Das größte Interesse der Konsumenten liegt auf Inhalten wie Bildung und Wissenschaft - rund 77 % der Befragten geben hier hohes bis sehr hohes Interesse an –, lokalen Informationen (ca. 69 %), dem Bereich PC/Internet/Mobile mit 64 %, Politik (etwa 61 %) sowie Wirtschaft (ca. 60 %). Musik ist in der Beliebtheit der Konsumenten, verglichen mit anderen Studien, deutlich gestiegen und liegt mit etwa 46 % auf dem 7. Rang (Abbildung 12). Das Interesse an Informationen zu Reisen, Finanzanlagen, TV-Programm sowie Sport und Auto liegt mit 38-46 % im mittleren Bereich. Am geringsten ist das Interesse an Dating-Angeboten (ca. 10 %) und Online-Tagebüchern, sogenannten Blogs (etwa 9 %). Damit zeigt sich auch, wie sehr das Breitband-Internet mit seinen Möglichkeiten bereits die Einstellungen der Menschen verändert hat. Dass Bildung und Wissenschaft einen so hohen Rang einnehmen, belegt zudem, dass sich das schnelle Netzwerk als wichtige Informationsquelle zur Weiterbildung durchgesetzt hat. Das unterstreicht auch den volkswirtschaftlichen Nutzen der Breitband-Netzwerke deutlich.

Abbildung 12
Abbildung 12:   Interesse der Konsumenten an Breitband-Content-Kategorien (Konsumenten)
 

Für den Empfang und die Nutzung von Breitband-Inhalten gibt es heute verschiedene Endgeräte, die sich hinsichtlich ihrer Funktionalitäten und ihrem Nutzungskomfort unterscheiden. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Frage, welches Gerät sich zukünftig durchsetzen wird. Was also wird zur wichtigsten Hardware-Plattform?

Nach Ansicht der Mehrheit der Experten (ca. 78 %) wird dies das TV-Gerät in Kombination mit einer Set-Top-Box sein (Abbildung 13). Hierfür spricht einerseits, dass der Fernseher bereits in fast jedem deutschen Haushalt vertreten ist. Zudem ist der Fernseher ein etabliertes Medium, das in der Freizeit und zur Unterhaltung genutzt wird und sich somit besonders für Breitband-Content-Angebote eignet. Experten sprechen hier von einem „Lean backward”-Medium. Man kann sich „zurücklehnen”, während man das Angebot nutzt. Damit ist aber auch angedeutet, dass eine aktive Interaktion während der Mediennutzung nicht erforderlich erscheint.

Computer hingegen sind „Lean forward”-Medien, die bisher vorwiegend zum Arbeiten eingesetzt werden. Dennoch erwarten insgesamt etwa 53 % der Befragten einen hohen (ca. 17 %) bis sehr hohen Einsatz (rund 36 %) des PCs und Laptops für die Breitband-Content-Nutzung. Integrierte Geräte mit PC- und TV-Funktion werden nach Ansicht von etwa 47 % der Experten in hohem (ca. 28 %) und sehr hohem Umfang (ca. 19 %) als Endgerät verwendet werden. Auch rund 52 % der befragten Konsumenten gaben an, diese integrierten Endgeräte zukünftig gerne in hohem oder sehr hohem Maß nutzen zu wollen.

Eine besondere Rolle nimmt in diesem Zusammenhang das multimediafähige Mobiltelefon ein. Das Handy ist kein konkurrierendes Endgerät, sondern ein ergänzendes, komplementäres, denn es erweitert und unterstützt die Funktionalität stationärer Geräte um die Unterwegs-Nutzung. Hierfür erwarten etwa 39 % der Experten einen hohen (ca. 31 %) bis sehr hohen Einsatz (ca. 8 %) bei der Nutzung von Breitband-Content.

Abbildung 13
Abbildung 13:   Umfang, in dem in Zukunft verschiedene Endgeräte zur Nutzung von Breitband-Content eingesetzt werden (Breitband-Experten)
 

Bei der Nutzung mobiler Endgeräte sind es aber andere Inhalte als bei stationären Geräten, die von den Konsumenten nachgefragt werden. Das Interesse der Konsumenten im Bereich mobiler Content-Angebote liegt derzeit schwerpunktmäßig auf den Kategorien „Lokales - Commerce” (36 %), News (ca. 30 %) und „Lokales - Entertainment” (24 %). Unter „Lokales” ist in diesem Zusammenhang das standortbezogene Angebot von Informationen - beispielsweise über Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe - oder Unterhaltungs- und Freizeitangebote zu verstehen. Je nachdem, wo sich der Konsument gerade aufhält, werden ihm angepasste Informationen zur Verfügung gestellt (Abbildung 14).

Insgesamt ist das Interesse an mobilen Breitband-Inhalten im Vergleich zu stationären Breitband-Inhalten (Abbildung 13) momentan noch vergleichsweise gering. Inwieweit die Verschmelzung von stationärer und mobiler Breitband-Internetnutzung hier zu einer Annäherung führen wird, bleibt abzuwarten.

Abbildung 14
Abbildung 14:   Interesse der Konsumenten an mobilen Breitband-Content-Kategorien (Konsumenten)
 
 

Letzte Änderung: 26.11.2006
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