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E-Learning in Deutschland

Das Internet wird eindeutig auch als Ausbildungs- und Lernmedium begriffen. Das schlägt sich in den Antworten der Experten wie auch der Konsumenten in „Deutschland Online 3“ deutlich nieder. 92 % der befragten Experten öffentlicher Institutionen sehen „Offliner” gegenüber „Onlinern” in Gesellschaft und Beruf stark bis sehr stark benachteiligt. Auch die befragten Konsumenten sind der Ansicht, dass Internet-Nutzer diesbezüglich große Vorteile haben - rund 64 % stimmen dieser Aussage in hohem oder sehr hohem Maße zu. Die Beherrschung von Breitband-Anwendungen wird nach Meinung der klaren Mehrheit der Nutzer (etwa 76 %) von hoher Relevanz für Beruf und Privatleben sein. Diesen Breitband-Kompetenzen sprechen 60 % der befragen Experten eine hohe bis sehr hohe Bedeutung für Beruf und Gesellschaft zu.

Was heißt es, wenn im Zusammenhang mit „Offlinern” von Benachteiligung die Rede ist? Die Bedeutung neuer Medien in Beruf und Ausbildung wächst auch in Zukunft: Über 70 % der Experten öffentlicher Institutionen sehen in der Integration von PC und Breitband-Internet in die Ausbildung in mittlerem bis sehr hohem Ausmaß eine der bedeutendsten Herausforderungen für das deutsche Bildungssystem. Zum anderen wird der erleichterte Zugriff auf vielfältige Informationen aus aller Welt von 80 % der Befragten als mittlerer bis sehr großer Vorteil des Breitband-Internets für „Onliner” angesehen. Dieser einfache und individuelle Wissenserwerb bleibt „Offlinern” verwehrt (Abbildung 26).

Abbildung 26
Abbildung 26:   Bedeutung des Breitband-Internet für Bildung und Gesellschaft (Experten öffentlicher Institutionen)
 

Die hohe Bedeutung von Computern und Internet wird auch anhand der Expertenmeinungen zum E-Learning deutlich. Bereits auf Grundschulniveau halten fast 10 % der befragten Experten den Einsatz breitbandbasierter E-Learning-Anwendungen für erfolgswirksam oder sehr erfolgswirksam. Mit zunehmendem Bildungsniveau steigt auch die diesen Anwendungen zugesprochene Bedeutung: Bereits an weiterführenden Schulen und in der Ausbildung messen ca. 43 % bzw. rund 52 % der Befragten dem E-Learning eine hohe bis sehr hohe Bedeutung bei. Den höchsten Stellenwert hat bei den Befragten das E-Learning in der Fort- und Weiterbildung sowie im Studium: Hier sind rund 74 % bzw. etwa 65 % der Experten in hohem oder sehr hohem Ausmaß von der Erfolgswirksamkeit von E-Learning überzeugt (Abbildung 27).

Abbildung 27
Abbildung 27:   Erfolgswirksamkeit breitbandbasierter E-Learning-Anwendungen in verschiedenen Bildungssektoren (Experten öffentlicher Institutionen)
 

Breitband-Internet und Computer sind für die Bildung auf allen Ebenen bedeutsam. Aber gleichsam zeigt sich, dass der deutsche Entwicklungsstand im Vergleich zu anderen Ländern noch stark ausbaufähig ist.

Beispielsweise war im Jahr 2003 der Anteil der deutschen Schüler, die im Unterricht regelmäßig Computer nutzten, mit 21 % deutlich niedriger als in den USA mit 41 % oder Schweden mit 46 % (OECD-Durchschnitt 2003: 39 %) 3.

Aber auch für die Zukunft wird erwartet, dass die Entwicklung in Deutschland hier deutlich hinter anderen Ländern zurückbleibt: Erst für das Jahr 2010 erwarten Experten eine Computernutzung in Schulen von 44 % und damit ein Niveau, das Schweden und die USA bereits 2003 erreicht hatten (Abbildung 28). Immerhin wird erwartet, dass der Wert in Deutschland bis 2015 auf 71 % ansteigt.

Abbildung 28
Abbildung 28:   Entwicklung der Computernutzung im Schulunterricht in Deutschland (Experten öffentlicher Institutionen)
 

Diese Zunahme der Computernutzung an Schulen entspricht auch den Vorstellungen der Bürgerinnen und Bürger: Für das Jahr 2005 wünschen sich über 60 % der befragten Konsumenten in hohem bis sehr hohem Ausmaß, dass ihre Kinder in der Schule regelmäßig das Breitband-Internet und den PC nutzen. Für das Jahr 2010 wünschen sich dies sogar fast vier Fünftel der Befragten (Abbildung 29).

Abbildung 29
Abbildung 29:   Von Konsumenten gewünschter Einsatz von IuK-Technologie in der Schule (Konsumenten)
 

Nach Meinung der Experten kann der Entwicklungsstand von E-Learning-Anwendungen in Deutschland momentan nur als durchschnittlich bezeichnet werden. Die Situation in der Bundesrepublik wird von den Befragten lediglich gegenüber Italien und Spanien mit etwa 33 % bzw. rund 43 % als besser oder wesentlich besser beurteilt; Frankreich wird als gleichwertig angesehen. Dagegen wird die Position Deutschlands im Vergleich zu Großbritannien von etwa 48 %, im Vergleich zu den USA von ca. 68 % und im Vergleich zu Schweden sogar von über
70 % der Experten öffentlicher Institutionen als schlecht oder sogar sehr schlecht eingeschätzt (Abbildung 30).

Abbildung 30
Abbildung 30:   Entwicklungsstand des E-Learning-Einsatzes von Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern (Experten öffentlicher Institutionen)
 

Neben der relativ geringen Verbreitung von E-Learning sowie Computern und Breitband-Internet in der Schule sind auch die Unterschiede in der Internetnutzung verschiedener Gesellschaftsschichten bedenklich. Dieses Phänomen ist unter dem Begriff Digital Divide, („Digitale Spaltung”), bekannt geworden. Gerade in Bevölkerungsgruppen mit niedrigem Bildungsniveau ist die Internetnutzung verhältnismäßig niedrig (Abbildung 31). Auch wenn der Anteil der „Onliner” in allen betrachteten Bildungsgruppen stetig zunimmt, wird erwartet, dass er bei Volks- und Hauptschulabgängern im Jahr 2015 mit 63 % nach wie vor deutlich unter dem Durchschnittsniveau liegt. Die Gruppe mit Gymnasial- oder Hochschulabschluss hat diesen Wert bereits im Jahr 2004 erreicht. Und hier wird von den befragten Experten für das Jahr 2015 mit über 96 % der weitaus höchste Anteil an „Onlinern” erwartet.

Abbildung 31
Abbildung 31:   Entwicklung des „Onliner”-Anteils in verschiedenen Bildungsgruppen in Deutschland bis 2015 (Experten öffentlicher Institutionen)
 

Es ist unübersehbar, dass zwischen Ansprüchen und Realitäten beim breitbandbasiertem
E-Learning in Deutschland noch eine Lücke klafft. Die Computer- und Internetnutzung in Schule und Ausbildung sollten stark ausgebaut sowie eine flächendeckende Verbreitung von breitbandigem Internet angestrebt werden, um der Gefahr einer digitalen Spaltung der Gesellschaft wirkungsvoll zu begegnen. Bei alldem darf nicht vergessen werden, dass die bestmögliche Bildung und Fortbildung die entscheidenden Faktoren im internationalen Wettbewerb darstellen.

 

Letzte Änderung: 26.11.2006
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