deutschland online  
 
Home   Impressum   Kontakt english version
 

Breitband und Informationsgesellschaft in Europa

Auch im europäischen Ausland wurde die Bedeutung des Breitband-Internets für die Zukunft erkannt und der Ausbau der entsprechenden Technologien vorangetrieben. Auf internationaler Ebene wurde in „Deutschland Online 3“ erhoben, welche Breitband-Anwendungen als Treiber für das zukünftige Wachstum des Breitband-Marktes wirken (Tabelle 3). Die Bedeutung von Triple Play-Angeboten wird dabei von über 80 % der Befragten als hoch (50 %) oder sogar sehr hoch (ca. 36 %) eingeschätzt. Für ebenfalls sehr wichtig halten Experten in Europa breitbandbasierte TV-Angebote (rund 77 %), gefolgt von Internet- und Video-Telefonie (ca. 64 %), Online-Musikvertrieb (rund 59 %), Video on Demand (50 %) sowie Online-Gaming-Produkten (etwa 41 %).

Interessant ist hierbei der Unterschied zur Einschätzung der deutschen Experten
(vgl. Abschnitt 2.2): Die von ca. 86 % der Experten anderer Länder als am wichtigsten eingestufte Anwendung, Triple Play, wird in Deutschland mit etwa 66 % von vergleichsweise wenigen Befragten für hoch oder sehr hoch bedeutend eingeschätzt. In Deutschland gelten dagegen für rund 78 % der Experten Voice over IP-Angebote als bedeutendste Anwendung. Das Telefonieren via Internet findet sich mit ca. 64 % der Antworten in den übrigen untersuchten Ländern lediglich auf Rang 3 wieder. Das in anderen Ländern als sehr bedeutend angesehene breitband-basierte Fernsehen wiederum nimmt in Deutschland mit 57 % der Antworten sogar lediglich Platz 5 unter den wichtigsten Treibern ein. Hier besteht ein Zusammenhang mit dem im internationalen Vergleich großen Umfang des in Deutschland frei empfangbaren Fernsehens.

Tabelle 3
Tabelle 3:   Anwendungen, die als Treiber für die zukünftige Verbreitung von Breitband-Internetzugängen wirken (Europäische Experten)
 

Weniger überzeugt als die deutschen Experten sind die Befragten aus anderen europäischen Ländern allerdings von der Integration stationärer und mobiler Breitband-Internetnutzung. Zwar sind wie in Deutschland auch über drei Viertel der Experten aus den übrigen Ländern der Meinung, dass bis 2015 durch die Integration von mobilem und stationärem Breitband-Zugang jederzeit und von jedem Ort der Zugriff auf Breitband-Internet möglich sein wird. Allerdings gehen mit rund 36 % relativ wenige Experten davon aus, dass die Integration verschiedener Breitband-Technologien bis 2015 so weit fortgeschritten sein wird, dass der Nutzer den Wechsel zwischen den Netzen nicht mehr bemerkt.

Zur Erinnerung: In Deutschland stimmen dieser Aussage fast 68 % der Experten zu. Auch teilen nur rund 32 % der Befragten in zumindest hohem Ausmaß die Aussage, dass im Jahr 2015 mobiles und stationäres Breitband-Internet mit einem einzigen, integrierten Endgerät genutzt werden wird (Deutschland: rund 52 %). Die Diskussion über den Wandel zur Informationsgesellschaft nimmt auch in anderen Ländern breiten Raum ein. Was die Notwendigkeit einer hohen Informationskompetenz in Sachen Breitband-Mediennutzung von Unternehmen angeht, sind sich die Befragten über alle Länder einig: Alle Experten sehen hierin einen Erfolgsfaktor von hoher (ca. 23 %) bzw. sogar sehr hoher Bedeutung (etwa 77 %). Zudem stimmen über 90 % der Experten in hohem (rund 41 %) oder sehr hohem (50 %) Ausmaß der Aussage zu, dass eine überlegene Breitband-Infrastruktur im Jahr 2015 im internationalen Standortwettbewerb entscheidend sein wird.

Aber nicht nur für die einzelnen Länder, sondern auch für das vereinte Europa als integrierten Wirtschaftsraum ist, so meinen die Experten, eine leistungsfähige Breitband-Infrastruktur von elementarer Bedeutung. Rund 91 % gehen davon aus, dass diese bis zum Jahr 2015 ein wichtiger Erfolgsfaktor für Europa im globalen Standortwettbewerb werden wird (Abbildung 42).

Abbildung 42
Abbildung 42:   Zustimmung zu Aussagen über die Entwicklung der Informationsgesellschaft in Europa (Europäische Experten)
 

Etwa 67 % der Befragten gehen zudem davon aus, dass Breitband-Internet bis 2015 in Europa zu einer alltäglichen Selbstverständlichkeit geworden ist. Immerhin rund 45 % halten es auch für möglich, dass sich im selben Zeitraum mit Hilfe des Breitband-Internets eine gesamteuropäische Informationsgesellschaft entwickeln wird.

Als zentrale Treiber der Informationsgesellschaft in Europa werden dabei drei Faktoren gesehen. Die Erschließung weiterer Bevölkerungsteile - also der bisherigen „Offliner” - für die Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien wird von rund 68 % der ausländischen Befragten als wichtig (ca. 46 %) oder sogar sehr wichtig (ca. 22 %) angesehen. Genauso wichtig ist für die Experten die zunehmende Bedeutung von Informationen als Wirtschaftsgut (davon: hohe Bedeutung rund 59 %, sehr hohe Bedeutung rund 9 %). Mit knapp unter 60 % gilt zudem das Vertrauen der Bürger in die Sicherheit der Informations- und Kommunikationstechnologien als weiterer wesentlicher Treiber der Informationsgesellschaft in Europa (Abbildung 43).

Abbildung 43
Abbildung 43:   Zentrale Faktoren bei der zukünftigen Entwicklung der Informationsgesellschaft in Europa (Europäische Experten)
 
 

Letzte Änderung: 26.11.2006
© Deutschland Online