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Deutschland im europäischen Vergleich

Wie wird der Entwicklungsstand Deutschlands im Vergleich zu anderen Ländern aus Sicht der europäischen Experten beurteilt? Auch dieser Frage wurde im Rahmen von „Deutschland Online 3“ nachgegangen. Werden in Deutschland, so lautete unsere Frage, die durch das Breitband entstehenden Potenziale auch ausgeschöpft?

Die Antwort ist ernüchternd: Deutschland liegt hier mit 6,5 von 10 Punkten im unteren Mittelfeld hinter Schweden, Frankreich und Großbritannien. Lediglich Spanien und Italien schnitten in der Beurteilung schlechter ab als die Bundesrepublik (Tabelle 4).

Tabelle 4
Tabelle 4:   Länder-Vergleich: Ausschöpfung der Anwendungsmöglichkeiten und des wirtschaftlichen Potenzials von Breitband-Internet (Europäische Experten)
 

Das gleiche Bild ergab die Frage nach der Stärke der Wettbewerbsposition in Bezug auf Breitband-Technologien im Jahr 2015: Deutschland liegt auch hier mit 7,2 Punkten im Mittelfeld hinter dem Spitzenreiter Schweden (8,3), Großbritannien (7,4) und Frankreich (7,3). Die Schlusslichter bilden Italien mit 5,9 und Spanien mit 5,5 Punkten.

Die Zukunft von Triple Play-Strategien wird auch von Experten aus anderen europäischen Ländern als positiv angesehen: Etwa 64 % der Befragten halten Triple Play in hohem oder sehr hohem Maße für eine strategische Option, um sich im wettbewerbsintensiven Access-Markt Vorteile zu verschaffen. 50 % der Experten aus dem Ausland beurteilen die Wachstumsperspektiven von Triple Play bis 2010 und 2015 als hoch oder sogar sehr hoch. Allerdings schneidet Deutschland hinsichtlich des derzeitigen Entwicklungsstandes bei Triple Play-Angeboten relativ schlecht ab: Im Sechs-Länder-Vergleich nimmt Deutschland mit 6,1 von 10 Punkten lediglich den 5. Rang hinter Schweden, Frankreich, Großbritannien und Italien ein. Nur für Spanien wird der Entwicklungsstand momentan als noch schlechter eingestuft
(Tabelle 5). Für die zukünftige Entwicklung besteht hier in Deutschland also erheblicher Nachholbedarf.

Tabelle 5
Tabelle 5:   Länder-Vergleich: Aktueller Entwicklungsstand in Bezug auf Triple Play-Angebote (Europäische Experten)
 

Ähnlich wie für Triple Play werden auch die Zukunftsaussichten für Digital Home-Lösungen in den Ländern beurteilt: Rund 59 % der Befragten sind der Ansicht, dass Digital Home in Zukunft stark bis sehr stark an Bedeutung gewinnen wird; etwa 55 % erwarten hier bis 2015 ein hohes bis sehr hohes Wachstum.

Auf diesem Feld wird Deutschland eine gute Ausgangsposition zugesprochen. Im Länder-Vergleich liegt es mit 6,1 Punkten auf Rang zwei hinter Schweden mit 7,1 Punkten. Nach Großbritannien (6,0) und Frankreich (5,3) befinden sich auch hier Italien (4,4) und Spanien (4,1) am Ende des Feldes (Tabelle 6).

Tabelle 6
Tabelle 6:   Länder-Vergleich: Aktueller Entwicklungsstand in Bezug auf Digital Home-Angebote (Europäische Experten)
 

Ebenfalls verglichen wurden die betrachteten Länder hinsichtlich ihres aktuellen Standes bei E-Learning und E-Government. Hier bewegt sich Deutschland nach Einschätzung der internationalen Experten wiederum im Mittelfeld (Tabelle 7). Die Top-Position nimmt Schweden ein mit 6,6 Punkten bei E-Learning und sogar 9 von 10 Punkten bei E-Government. Auf Rang 2 befindet sich nach Einschätzung der Experten Großbritannien mit 6,2 bzw. 7,3 Punkten. Im Bereich E-Learning landet Deutschland mit 5,4 Punkten auf Platz 3 vor Frankreich (5,3), in Sachen E-Government allerdings dahinter. Spanien und Italien schneiden auch hier am schlechtesten ab: Spanien bei E-Learning vor Italien, bei E-Government dagegen knapp hinter Italien.

Tabelle 7
Tabelle 7:   Länder-Vergleich: Aktueller Entwicklungsstand in Bezug auf Einsatz von E-Learning und E-Government (Europäische Experten)
 

Grundsätzlich sind sich auch die Experten aus den befragten europäischen Ländern einig über die Bedeutung des Breitband-Internets. Bis 2015 werden sich die Technologie und der Markt stark entwickeln und zu einer Selbstverständlichkeit in Europa werden. Auch wenn die Ansichten der deutschen und der europäischen Experten hinsichtlich einiger Aspekte voneinander abweichen, so ist die Kernaussage dennoch deutlich: Eine leistungsfähige Breitband-Infrastruktur wird im Jahr 2015 ein wichtiger Erfolgsfaktor im globalen Standortwettbewerb sein.

Wie die vorgenommenen Ländervergleiche verdeutlichen, hat Deutschland hier derzeit einige Defizite, die es so schnell wie möglich zu beseitigen gilt. Denn ohne Zweifel hat das Land die Möglichkeit, durch konsequentes Handeln eine europäische Spitzenposition zu erreichen, bis jetzt noch keineswegs verspielt.

 

Letzte Änderung: 26.11.2006
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