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Entwicklung des Breitband-MarktesDie Bedeutung des Breitband-Internets ist in Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland sehr hoch. Die Dynamik der Entwicklung der letzten Jahre zeigt dies: So nahm die Zahl der Breitbandzugänge von 0,2 Mio. im Jahr 2000 auf 10,7 Mio. im Jahr 2005 zu. Breitband ist eine Erfolgsstory. Zugleich ist es aber auch der Motor für Deutschlands Weg in die Informationsgesellschaft. Denn die hohe Verbreitung der Breitbandanschlüsse ist die Voraussetzung für die Entwicklung des gesamten Breitband-Marktes. Die Frage ist: Bleibt diese Entwicklung so positiv? Oder werden wir eine Wachstumspause erleben? Folgt man der Prognose der Breitband-ökonomie-Experten, so ist die Antwort eindeutig3. Die Zahl der Breitbandzugänge soll demnach von 10,7 Mio. im Jahr 2005 auf 21 Mio. im Jahr 2010 anwachsen. Dies entspricht nahezu einer Verdoppelung der Anschlüsse. Auf Basis des Jahres 2010 soll dann noch einmal eine Steigerung um mehr als 30 % der Breitbandzugänge auf über 27 Mio. im Jahr 2015 erfolgen (Abbildung 2). Damit wären nahezu 70 % aller deutschen Haushalte ans Breitband-Internet angeschlossen.
Hinter dem rasanten Wachstum steckt vor allem eines: Die zunehmende Höhe der Bandbreiten, die Geschwindigkeit also, die gleichbedeutend ist mit der Leistungsfähigkeit des Breitband-Netzes. Ohne diese Entwicklung wären attraktive Anwendungen wie Internet-TV oder Video-on-Demand nicht möglich. Der Kunde nimmt Geschwindigkeit wahr durch mehr Komfort und durch weitere Anwendungsmöglichkeiten. Nach Ansicht der Breitband-ökonomie-Experten wird dieser Markttreiber auch künftig eine zentrale Rolle spielen. Die Bandbreiten werden weiter zunehmen (Abbildung 3).
Verfügten im Jahr 2005 76 % der Breitbandnutzer über 1 MBit/s schnelle Internetanschlüsse, so wird sich ihr Anteil im Jahr 2010 auf nur noch 34 % reduzieren. Hingegen sollen im Jahre 2010 schon über 40 % der Anschlüsse eine Bandbreite von 6 bis weit über 50 MBit/s aufweisen. Der Trend ist damit eindeutig: Der deutliche Rückgang von Internetanschlüssen mit geringerer Leistungsfähigkeit bei gleichzeitig spürbarer Zunahme von Anschlüssen mit sehr hoher Bandbreite. Die Leistungssteigerung der Bandbreiten ist vor allem auf Innovationen in der Zugangstechnologie zurückzuführen. Hier ist vor allem die VDSL-Technologie zu nennen. Die Very High Speed Digital Subscriber Line (VDSL) ist die zurzeit leistungsfähigste Zugangstechnologie und ermöglicht Bandbreiten von 25 MBit/s bis über 50 MBit/s. Nach Ansicht der Breitband-ökonomie-Experten wird etwa jeder vierte Internetzugang im Jahre 2015 über derart hohe Geschwindigkeiten verfügen (Abbildung 4).
Diesen deutlichen Wachstumsraten bei VDSL stehen naturgemäß starke Rückgänge bei der ADSL-Technologie gegenüber - also bei der heute noch gängigsten Breitband-Zugangs-Technologie. ADSL wird mit über 50 % Marktanteil aber auch 2015 noch führend sein. Breitband-Zugängen via TV-Kabel und WiMax (Worldwide Interoperability for Microwave Access, regionale Breitbanddienste via Funk) wird ein moderates Marktwachstum vorhergesagt. Unbedeutend werden weiterhin sonstige Zugangstechnologien wie etwa über Satellit sein. Im Zusammenhang mit immer höheren Bandbreiten wird vermehrt über die Einführung einer "Datenmaut" für Internet-Unternehmen diskutiert. So wird etwa in den USA zurzeit heftig darüber debattiert, warum nur die Internetnutzer, jedoch nicht die Internetanbieter für höhere Bandbreiten zahlen sollen. Es wird argumentiert, dass diese ja im besonderen Maße von höheren Bandbreiten profitieren würden. Wer also Inhalte im Internet offeriert, soll sich auch an den Kosten der Infrastruktur beteiligen. Da eine zunehmende Anzahl von Inhaltsanbietern erst auf der Grundlage einer aufwändigen und kostenintensiven Breitband-Infrastruktur erfolgreiche Geschäftsmodelle realisieren kann, ist dieses Argument nicht von der Hand zu weisen. Im Moment ist der Ausgang dieser Diskussion offen. Im Rahmen von "Deutschland Online 4" wurden die Breitband-Experten zum Thema "Datenmaut" befragt. Knapp 63 % der Experten stimmten im hohem bzw. sehr hohem Maße der Aussage zu, dass durch eine Datenmaut Anreize für die Breitband-Access-Anbieter bestehen würden, stärker in den Ausbau der Breitband-Infrastruktur zu investieren. Immerhin noch 37 % stimmten im hohem bzw. sehr hohem Maße der Aussage zu, dass in Zukunft Breitband-Content- und Breitband-Services-Anbieter Entgelte für die bevorzugte übertragung des von ihnen angebotenen Contents/ Services an die Access-Anbieter entrichten werden. Vor diesem Hintergrund scheint durchaus die Möglichkeit zu bestehen, die Kosten des Ausbaus der hochwertigen Breitbandinfrastruktur in Deutschland sowohl von den Internetnutzern als auch von den Internet-Unternehmen tragen zu lassen. |
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Letzte Änderung: 29.11.2006 |
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