deutschland online  
 
Home   Impressum   Kontakt english version
 

E-Health

Mit dem Gesundheitssektor ist ein weiterer Lebensbereich in die Einflusssphäre des Breitband-Internets gerückt. Knapp 72 % der Experten öffentlicher Institutionen gehen in hohem oder sehr hohem Maße davon aus, dass bis zum Jahr 2015 eine große Zahl medizinischer Dienstleistungen durch Breitband-Internetanwendungen unterstützt werden wird.

Dabei sind Aspekte der Wirtschaftlichkeit, aber auch der Patientenversorgung von gleichermaßen hoher Bedeutung. Mehr als 65 % der Befragten gehen in hohem oder sehr hohem Maße davon aus, dass E-Health-Anwendungen in erheblichem Umfang zu einer verbesserten Wirtschaftlichkeit im deutschen Gesundheitssystem beitragen werden. Mehr als 62 % der Experten hält in hohem oder sehr hohem Maße eine erhebliche Verbesserung der Patientenversorgung durch E-Health-Anwendungen für wahrscheinlich.

Der Bedeutungszuwachs spiegelt sich auch im Marktwachstum des E-Health-Sektors wider (Abbildung 37): Lag das Marktvolumen im Jahr 2004 noch bei 0,2 Milliarden Euro, so wird es nach Ansicht der Experten öffentlicher Institutionen im Jahr 2010 bereits mehr als eine Milliarde betragen. Im Jahr 2015 soll das Marktvolumen sogar 2,3 Milliarden Euro betragen.

Abbildung 37
Abbildung 37:   Marktvolumen des E-Health-Sektors in Deutschland (Experten öffentlicher Institutionen)11
 

Aber wo genau liegen die Vorteile, die sich durch den Einsatz von Breitband-internetbasierten Anwendungen im Gesundheitssektor ergeben? Die Experten beantworten diese Frage eindeutig (Abbildung 38). E-Health-Anwendungen kommen vor allem dem Patienten zu Gute. Den stärksten Effekt erwarten die Befragten dabei hinsichtlich der Patientendaten. E-Health-Anwendungen verbessern vor allem die Aktualität, Verfügbarkeit und Transparenz der Patientendaten. Damit stimmen mehr als 85 % der Befragten in hohem oder sehr hohem Maße überein. In direktem Zusammenhang damit steht die Vermeidung von Doppelmedikation und -untersuchung. In einem stärker vom Markt beeinflussten Gesundheitswesen ist das von entscheidender Bedeutung. Annähernd 85 % der Experten sehen hier einen positiven Beitrag von E-Health-Anwendungen in hohem oder sehr hohem Maße. Einen erheblichen Beitrag können nach Meinung der Experten E-Health-Anwendungen zur Senkung der Verwaltungskosten leisten. Hier stimmen mehr als 55 % der Befragten in hohem/sehr hohem Maße zu.

Abbildung 38
Abbildung 38:   Positive Aspekte von e-Health-Anwendungen (Experten öffentlicher Institutionen)
 

Den positiven Effekten der E-Health-Anwendungen stehen jedoch Faktoren gegenüber, die den Einsatz dieser Anwendungen teilweise erheblich behindern. An erster Stelle ist hier die fehlende Kompatibilität der bislang verwendeten E-Health-Systeme entlang der Versorgungskette zu nennen (Behinderung von E-Health-Anwendungen nach Meinung von etwa 65 % der Befragten in hohem oder sehr hohem Ausmaß). Darüber hinaus stehen nach Meinung von knapp 60 % der Befragten Bedenken bezüglich der Datensicherheit dem Einsatz von E-Health-Anwendungen entgegen.

Etwa 50 % der Experten halten fehlende finanzielle Ressourcen für einen Hinderungsgrund in hohem oder sehr hohem Ausmaß. Interessant erscheinen die Ergebnisse hinsichtlich der Akzeptanz von E-Health-Anwendungen. Die mangelnde Akzeptanz auf Seiten des Gesundheitssektors ist nach Meinung der Experten weitaus stärker ausgeprägt als bei den Patienten - etwa 53 % der Befragten sehen eine Behinderung durch diesen Faktor in hohem oder sehr hohem Ausmaß. Von einer mangelnden Akzeptanz der Patienten als Hinderungsfaktor gehen lediglich 37,5 % der Experten in hohem oder sehr hohem Maße aus.

Die Auswirkungen des Breitband-Internets auf den Gesundheitssektor in Deutschland sind offenkundig und in ihrer Tragweite nicht zu unterschätzen. Aber auch der Gesundheitssektor ist - wie andere Branchen und Segmente - in einer globalen Welt keine volkswirtschaftliche Domäne mehr. Vielmehr ist die Vernetzung weltweit zu beobachten, so dass sich die Frage stellt, wie Deutschland im internationalen Vergleich hinsichtlich der Breitband-Internetentwicklung aufgestellt ist. Diese Frage zu beantworten, ist Inhalt des nächsten Kapitels.

 

Letzte Änderung: 29.11.2006
© Deutschland Online